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Standardisierung erleichtert Benchmarking und die objektive Beurteilung von Insourcing

Fokussierung auf Kernkompetenzen führt dazu, dass Vertrieb und Marketing neue Kundensegmente betrachten müssen. Der dazugehörige Umbau der Wertschöpfungskette kann Insourcing bedeuten. Das strategische Sourcing gewinnt somit an Bedeutung zur fundierten Beurteilung von Make or Buy-Entscheidungen.

Gezieltes langfristiges Insourcing kann eine Option sein, um Markteintrittsbarrieren zu umgehen, da Kapital für Zukäufe teurer wird. Bislang verstärkten diese Markteintrittsbarrieren den Druck zu (Unternehmens-) Zukäufen zu Lasten eines selbständigen Kompetenzaufbaus. Dieser Kompetenzaufbau schlägt sich in innovativen Produkten, Fertigungsverfahren und Wertschöpfungsketten wider. Innovative Produkte, die nicht als Derivate von Standardprodukten darstellbar sind, werden trotzdem oft in einer Manufaktur beziehungsweise im Outsourcing produziert und weniger in Standardfertigungslinien. Zumindest die erste (Test-)Generation ist Kandidat für ein Outsourcing, um den Erfolg des Produktes zu testen und First Mover-Vorteile zu erreichen. Die Integration in die Serienproduktion kann später erfolgen. Zur Reduzierung des Cash Out beziehungsweise des Verlusts von Lerneffekten ist Insourcing solcher Manufakturen derzeit relativ attraktiv.

Insourcing kann die Kontrolle über die Generationenplanung erhöhen und die vorzeitige Verbreitung von Details an Wettbewerber einschränken. Generationenplanung erfordert die Einbeziehung der an der Produktentwicklung beteiligten Partner, stabile Beziehungen und eine gewisse gegenseitige Antizipationsfähigkeit mit kurzen Wegen und gemeinsamen Arbeitszeiten.

Die Entscheidung zur Überlassung der Verantwortung für die Standardisierung an Lieferanten - heißt: der Lieferant erzielt die Lerneffekte! - sollte bewusst so gefällt werden. In indirekten Bereichen ist dies weniger schwerwiegend als in direkten. Dies trägt zu objektiven und dauerhaft fruchtbaren Outsourcing- und Insourcing-Entscheidungen bei.

Vor dem Hintergrund des langfristigen, originär betriebswirtschaftlichen Leitmotivs der Ressourcenschonung, das auch den Lean-Prinzipien entspricht, ist gezieltes Insourcing derzeit als Chance in dieser Krise zu sehen. Kurzfristig bietet sich die Auslastungssituation der Mutterwerke als politisch günstige Gelegenheit zum Review der Offshoring-Standorte und Outsourcing- Umfänge.
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