Der NGN-Transformationsprozess in Bezug auf die Betreibernetze setzt sich fort. Das SDP-Konzept bietet die Möglichkeit, die Service-Silos zu konsolidieren und diverse Services auf einer einzigen Plattform zu managen und auszuführen. Abgesehen von neuen Service-Potenzialen, die durch Service-Orchestrierung und Merkmal-Interaktions-Szenarien genutzt werden können, gilt das Ende der Legacy-Systeme als wesentlicher Treiber für die Plattform-Modernsierung.
Richtungsweisend für eine SDP-Implementierung sollte eine deutlich definierte Anzahl von Applikationen sein, die einen soliden Business Case erzeugen können. Dies könnte ebenfalls ein gut etablierter Service sein, der auf einem oder mehreren Stovepipes läuft. Die Definition architektonischer Rahmenbedingungen ermöglicht einen stufenweisen, evolutionären Ansatz für den Einsatz von SDP. Es hat keinen nachteiligen Einfluss auf das SDP-Konzept, wenn anfänglich nur wenige Services eingesetzt werden. Die allmähliche, bedarfsorientierte Erweiterung der SDP mit neuen Merkmalen, Komponenten und Enablern ist eine valide Strategie, um entweder die Anforderungen für die Service-Konsolidierung der besteheneden Stovepipe-Plattformen oder die Service-Erweiterung, zum Beispiel Identitätsmanagement – exakt zu erfüllen. Neben den funktionalen und leistungsbezogenen Aspekten ist es sehr wichtig, die Service-Management-, Sicherheits- und servicebezogenen Geschäftsprozesse deutlich im Visier zu haben.
„Think big – start small and business driven.“
Viele SDP-Investitionen wurden in der Hoffnung getätigt, dass die Aufdeckung der Service-Potenziale gegenüber Dritten und Anwendungsentwicklern die Innovation von Services vorantreiben und neue Umsatzströme generieren würde. Diese Erwartungen haben sich für Messaging-Services erfüllt, jedoch nicht für Call-Control. Für Call-Management zeigt ein SDP-Best-Practice ein Konsolidierungspotenzial für Legacy-Systeme, aber nur begrenzetes Interesse aus der Web2.0-Gemeinde. Identitätsmanagement hat sich zum zentralen Kandidaten für NGN-Services entwickelt, das seitens der Betreiber eine nahtlose Integration von Mobilfunk-, Festnetz- und Internet-Geschäfte und Technologien erfordert, um kundenzentrierte und identitätsoriente Services anbieten zu können. Während die Einführung neuer Technologien dazu beiträgt, CAPEX und OPEX der Betreiber zu senken, ist davon auszugehen, dass das Identitätsmanagement ein zentraler Bestandteil des NG-Service-Angebots sein wird, um ein Wegbrechen der Umsätze an Web 2.0-Betreiber zu verhindern. Es wird nicht davon ausgegangen, dass Identitätsmanagement-Services sich zu einem großen Verkaufsschlager entwickeln. Sie werden Nicht-Web-2.0-Betreibern in ihrem Kampf gegen die Kundenabwanderungsquote potenziell Unterstützung leisten. Telcos sind gefordert, in eine neue Infrastruktur zu investieren, doch hauptsächlich um einer Umsatzerosion vorzubeugen und nicht um neue Umsätze für neue Services zu generieren. Die Entscheidung, Identitätsmanagement-Lösungen einzusetzen und Identitätsservices anzubieten, ist nicht ohne Risiko. Doch die Alternative könnte katastrophal sein, falls die Telcos die Kunden an Internet-basierte Sprach-, Video-, Daten- und Mobildienste verlieren. Der Service-Delivery-Plattform-Architekturansatz ermöglicht Service- und Merkmal-Interaktions-Szenarios. Die Aufdeckung der Subscriber-Profildaten ist unabdingbar, um Szenarien zu ermöglichen, in denen der Betreiber (NetCo) die Rolle des Identitäts-Providers und der Web 2.0-Betreiber (ServCo) die Rolle des Service-Providers übernimmt.
Weiter