Die Implementierung der Datenmodelle und -strukturen steuert die Data Governance. Dadurch wird der Datenfluss eines Unternehmens transparent, eine Aufteilung der Daten in Bereiche mit primären und sekundären Daten kann stattfinden. Die Frage des Dateneigentümers wird hierbei übergreifend mit Hinblick auf die Daten geklärt, Daten und Tätigkeiten können zugeordnet werden. Darüber hinaus kann ein Zusammenhang zwischen Geschäftsprozessen und umzusetzenden Funktionen mit den dafür notwendigen Daten abgebildet werden.
Compliance-Anforderungen im 21. Jahrhundert
Für qualitativ hochwertige, aktuelle Daten genügt es nicht, alle unternehmensweit vorliegenden Daten einmal initial sauber zusammen zu führen und in ein einheitliches System vorzuhalten. Datenkontrolle spielt in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Eine routinierte und wirksame Datenkontrolle lässt sich daher ideal in ein unternehmensweites Data Governance Programm integrieren. „Master Data Management“ (MDM), auch als „Stammdatenverwaltung“ bekannt, berührt verschiedene Themen im Umfeld „Data Governance“. MDM hat mit Geschäftsprozessen und verteilten Daten im Unternehmen zu tun. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Data Governance ist der Reifegrad der Daten. Die ersten Reifegradmodelle stammen aus den Bereichen Softwareentwicklung (CMMI) und IT Governance (COBIT). Reifegradmodelle werden eingesetzt, um in Organisationen den aktuellen Ausgangszustand bei wichtigen Dimensionen wie Menschen, Unternehmenspolitik und Technologie festzustellen und Prozesse evolutionär zu verbessern und zu einem höchst geordneten Zustand hin zu entwickeln.
Ein Reifegradmodell umfasst beispielsweise folgende fünf Reifegrade („Maturity Level“). CMMI beschreibt den Grad der Reife eines einzelnen Prozessgebiets durch so genannte „Fähigkeitsgrade“ (capability levels). Ein Fähigkeitsgrad bezeichnet den Grad der Institutionalisierung eines einzelnen Prozessgebiets. Die Fähigkeitsgrade sind:
0 – Incomplete – Die Arbeit wird so durchgeführt, dass die fachlichen Ziele (in CMMI „Specific Goals“ genannt, beispielsweise bei der Projektplanung ein Projektplan) nicht erreicht werden.
1 – Performed – Die Arbeit wird so durchgeführt, dass die fachlichen Ziele erreicht werden.
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