Skizzen aus der Zukunft
Supply Chain in 2032
Trotz multifunktionaler Displays, welche längst die Tapeten ersetzt haben und mit ihrer geringen Abwärme das Klima der Wohnungen und Büros regulieren, wird es auch 2032 noch nicht gelingen, Materie zu beamen. Welche Möglichkeiten bietet ICT dennoch, die Supply Chain und den Einkauf effizient zu unterstützen?
Realtime Netz-Geschwindigkeiten, unbeschränkte und jederzeit zugreifbare Informationen bilden in einer vollständig informationstransparenten Gesellschaft die Basis zukünftigen Supply Chain Managements. Physikalisch wird nur noch transportiert, was greifbar ist. Produkte sind weltweit eindeutig gekennzeichnet. Funkchips übermitteln an Landesgrenzen oder Mautlesestationen automatisch den Inhalt einer Sendung. Die Lieferkette klimakritischer Produkte wird permanent überwacht und an eine zentrale Stelle gemeldet, Wareneingangskontrollen werden zentralisiert. Völlige Transparenz über den Preis und die Lieferfähigkeit lassen den Einkauf und die von ihm eingesetzten optimierten Suchmaschinen Bezugsquellen on demand finden. Rahmenverträge verlieren ihre Bedeutung. Das einkaufende Unternehmen nutzt den weltweit zentralen Materialstamm, welcher von den Herstellern bereitgestellt wird. Händler ergänzen ihre Konditionen. Stammdatenhaltung zugekaufter Produkte wird überflüssig. Durch Smart Business Networks sind die Aufwände für eigene IT-Entwicklungen signifikant gesunken. Die Beschaffungskette ist vollständig automatisiert und steht als Procure-to-Pay as a Service zur Verfügung. Die ICT Provider werden zu den wichtigsten Geschäftspartnern.
Logistikzug
Der heute mögliche Schienentransport von China nach Europa über Russland, Weißrussland und Polen mit Laufzeiten von 15 Tagen wird sich durch den Ausbau der Strecke auf unter zehn Tage reduzieren. Mit der Nutzung des transeurasischen Logistikzuges fallen die Kapitalbindungskosten gegenüber der Containerschifffahrt durch die um ein Drittel verkürzte Laufzeit. Gegenüber der sehr teuren Luftfracht verringert sich auch der CO2 -Ausstoß um 75 Prozent und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Ein visionärerer Logistikzug mit durchgängig verbundenen Waggons bietet durch seine serielle Anordnung aber auch die Möglichkeit, Endfertigungsprozesse im Zug durchzuführen. Die Disposition von kundenindividuellen Anforderungen an das Konsumgut lässt sich somit trotz offshore Fertigung auf wenige Tage vor Auslieferung an den Kunden reduzieren; Lagerbestände werden reduziert. Ebenso denkbar ist die Qualitätsprüfung technischer Produkte während des Transports.
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