Stark bedeckt oder wolkenlos?
Cloud Computing in der IT-Strategie der Deutschen Post
DMR: Einerseits hat die Rezession die Budgets der Unternehmen stark unter Druck gesetzt, auch die Investitionen in Informationstechnologie. Andererseits wird fieberhaft nach einer guten Startposition für den erhofften Aufschwung gesucht, auch hier kann der gezielte Technologieeinsatz entscheidend sein. Welchen Stellenwert hat Informationstechnologie für die Logistikbranche, welchen für die Deutsche Post AG?
A. Feld: Viele IT-Vorhaben zielen derzeit auf die Steigerung der Kosteneffizienz, dies ist der wirtschaftlichen Gesamtsituation geschuldet. Andererseits bestand zukunftsorientierte Logistik schon vor der Rezession aus weit mehr als der Bewegung von Transportflotten. Dabei stützt sich die Erschließung neuer Geschäftsfelder nicht zuletzt auf Informationstechnologie. Mit dem angekündigten „Online-Brief“ (Die Bezeichnung „Online-Brief“ ist ein vorläufiger Arbeitstitel.) erträgt die Deutsche Post das Leistungsversprechen des klassischen Briefs – Vertraulichkeit, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit – auf das Internet. Der Träger dieser Dienste ist zweifelsfrei eine IT-Plattform, insofern fällt der Informationstechnologie eine größere Bedeutung für die Geschäftsentwicklung des Unternehmens zu.
DMR: Die Innovationsgeschwindigkeit in der IT wird immer höher, die Abstraktionsebenen und Abhängigkeiten immer komplexer. Wie geht die Deutsche Post mit dieser Herausforderung um?
A. Feld: Wir legen Wert darauf, Transparenz über die am Markt entstehenden Technologien und ihren potenziellen Nutzen selbst zu schaffen. Technologieinnovationen müssen innerhalb des Unternehmens erkannt werden, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und Abhängigkeit von Dritten zu vermeiden. Wir analysieren Innovationsfelder genau und im Kontext unserer Geschäftstätigkeit, um den Nutzen von Technologie im Zusammenhang mit dem individuellen Leistungsportfolio der Deutschen Post bewerten zu können.
Weiter