Sechs Schritte zur Kostentransparenz
Statt das Problem zu lösen, bevorzugen es viele Betreiber, untätig im Limbo-Zustand zu verharren. Sie starten weder ein neues Projekt zur Bewältigung der bestehenden komplexen Struktur der unterschiedlichen Allokationssysteme noch stoppen sie die Reporting-bezogene Informationsflut, die für das Geschäft zumeist bedeutungslos ist.
Das Problem löst sich jedoch nicht von allein. Interne Kunden wie Marketing, Preisgestaltung und Strategie benötigen die zuvor skizzierte Art der Kosteninformation, da sie insbesondere die Gewinnauswirkung auf geschäftliche Entscheidungen in immer kürzeren Zeitabständen präziser berechnen müssen. Wie packen erfolgreiche Telekommunikationsbetreiber dieses Problem an?Fast alle erfolgreichen Betreiberprojekte, die uns in den vergangenen fünf Jahren zur Kenntnis gelangt sind, folgten einem ähnlichen Lösungsansatz:
Schritt 1: Einfach formuliert – alles beginnt an der Spitze. Unabhängig vom Reifegrad des Kostenmanagementsystems sind es die CFOs, CMOs und CEOs, die eine bewusste Entscheidung darüber fällen müssen, ob ein Allokationssystem erforderlich und gefragt ist. Bevor die Entscheidung zur Implementierung eines solchen Allokationssystems an die niedrigere Managementebene delegiert wird, muss das Executive Management auf jeden Fall die grundlegenden Regeln festlegen:
• Das Allokationssystem soll nur eine begrenzte und genau definierte Zahlenfolge liefern!
• Die Ergebnisse werden nur für spezifische interne Kunden erzeugt!
• Es gibt deutliche Grenzen hinsichtlich der Komplexität des Systems!
• Das Projekt zielt nicht auf eine 100-prozentig korrekte Allokation ab. Es gilt die 70-30-Regel!
• Das Projekt ist innerhalb einer bestimmten Frist durchzuführen. Ausnahmen werden nicht gewährt!
• Das Executive-Team fungiert als Eskalationspartner und überwacht den Fortschritt des Projekts!
Schritt 2: Im Anschluss an die Aufstellung dieser Grundregeln muss das Executive-Team ein kompetentes Team bilden, das aus Finanz- und Marketingprojektmitarbeitern besteht und in der Lage ist, neben dem normalen Tagesgeschäft unter engen Terminvorgaben zu arbeiten. Die Anforderungen an ein solches Projektteam sind wie folgt: Der Projektmanager muss innerhalb des Unternehmens den Ruf eines leistungsstarken Mitarbeiters genießen, sämtliche Teammitglieder müssen sich dem Projektplan vollständig verpflichtet fühlen. Die Zusammensetzung des Teams muss interdisziplinär sein (Finanz-, Marketing, Engineering- und Datenbankexperten). Allen Teammitgliedern muss bewusst sein, dass sie Teil eines Veränderungsprojekts sind mit der Anforderung, offen und konstruktiv zu sein. Anstehende Entscheidungen müssen schnell und präzise von Teammitgliedern getroffen werden.
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