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FORTSETZUNG: Tempo, Tempo, Tempo
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Eine Prise Kritik   

Soweit zum Fundament. Rationalität und Intuition sind zwei Seiten derselben Entscheidungsmedaille. Nun hat Intuition aber, wie alles andere auch, nicht nur Vorteile. Intuition bedeutet nicht nur Entscheidungstreffer, sondern kann Sie auch auf den Holzweg führen. Das liegt in den Mechanismen begründet, die Intuition erklären:   Wahrnehmung ist fehleranfällig. Denken Sie beispielsweise an optische Täuschungen, die dazu führen, aus einer bewussten Wahrnehmung falsche Schlussfolgerungen zu ziehen. Wenn schon die bewusste Wahrnehmung täuschen kann, müssen wir uns fragen, wieso die unbewusste Wahrnehmung fehlerfrei sein sollte? Es gibt dafür bis heute weder Belege noch logische Argumente. Daraus folgt: Aus Ihrer unbewussten Wahrnehmung und Informationsverarbeitung können sich Fehler ergeben, die zu einer falschen Entscheidung führen.    

Expertise macht blind. Erfolg genauso. Sicher kennen Sie das berüchtigte Killerargument „Das haben wir schon immer so gemacht“. Es ist die Manifestation der Erfahrungsfalle. Selbst wenn Sie mit einem bestimmten Vorgehen in der Vergangenheit erfolgreich gewesen sind, folgt daraus noch längst nicht, dass dieselbe Strategie in der aktuellen Situation ebenfalls funktioniert, geschweige denn die beste Lösung ist. Somit laufen Sie Gefahr, dass Ihr intuitives Expertenurteil in einer neuen Situation von Ihrer früheren Erfahrung überlagert ist. Darin liegt der mögliche Fehler: Sie übersehen einen bedeutsamen Unterschied, der die aktuelle Situation von vielen früheren unterscheidet. Aber damit nicht genug. Sie laufen auch Gefahr, aus Ihrer Erfahrung diejenigen Aspekte zu erinnern, die Ihnen in dem Moment besonders repräsentativ erscheinen oder schlicht gerade verfügbar sind.     

Darüber hinaus können Sie noch anderen Irrtümern erliegen. Zum Beispiel dem so genannten „Halo- oder Teufels-Effekt“: Das heißt, sie schließen fälschlicherweise von einem positiven oder negativen Merkmal auf eine Gesamtbeurteilung. Das kann Ihnen bei einzelnen Menschen genauso passieren wie bei der Einschätzung von Teams oder ganzen Unternehmen. Beide Begriffe stammen von dem Psychologen Edward Thorndike, der im ersten Weltkrieg die Beurteilung Untergebener durch ihre Offiziere untersuchte. Die Offiziere neigten dazu, Soldaten, die in einem Bereich besonders erfolgreich waren, auch in anderen Bereichen als kompetent einzuschätzen.    

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