Tempozonen
Wie man die optimale Balance zwischen ‚Schnell’ und ‚Richtig’ im Produktlebenszyklusmanagement findet
Schnell bedeutet nicht automatisch gut. Um den hohen Flopraten von Innovationen entgegenzuwirken und die Aussicht auf Markterfolg zu erhöhen, gilt ein ausgewogener Umgang mit Time-to-Market und Fit-to-Market. Während in einigen Phasen tatsächlich schnell gefahren werden sollte, gilt es in anderen, das Tempo zu drosseln und der Sorgfalt Vorfahrt zu gewähren.
Die Bedeutung des Produktlebenszykusmanagements (PLM) steigt auch in der Telekommunikationsindustrie immens. Obwohl die meisten bekannten Telekommunikationsunternehmen bei ihrer Produktentwicklung einem Phasenmodell folgen, bleiben Timing-Engpässe nicht erspart.
Oberstes Mandat sämtlicher Effizienz- und Effektivitätsbestrebungen des PLM das oftmals zitierte Time-to-Market (T2M). Laut einer von Amdocs durchgeführten Studie aus dem Jahre 2008 erachten 97 Prozent der befragten Service Provider T2M als wichtig (Amdocs, Time to Market and the customer experience, 2008).
Unter dem Begriff T2M versteht man die Zeitdauer von der Produktidee bis hin zur Markteinführung unter der ganzheitlichen Betrachtung sämtlicher Produktentwicklungs-aktivitäten. Je schneller, umso besser für den Geschäftserfolg – so lautet zumindest die weit verbreitete Meinung.
Die Vorteile einer verkürzten T2M liegen klar auf der Hand: Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung mit immer kürzeren Produktlebenszyklen besteht die Ansicht, dass der Umsatz eines Anbieters mit einem Produkt umso größer ist, je früher das Produkt den Markt erreicht. Begründet wird diese Annahme durch eine verlängerte Verweildauer und eine frühere Teilnahme des Produktes in der Wachstums- und Reifephase des Lebenszyklus. Aus Marketinggesichtspunkten spricht für ein rapides T2M darüber hinaus der preisliche Gestaltungsspielraum, den man als Erstanbieter im Markt vorfindet, sowie die erweiterten Möglichkeiten zur längerfristigen Kundenbindung über die Gesamtheit des Lebenszyklus.
Eine von McKinsey durchgeführte Studie ergab, dass eine Verspätung des Produktlaunches um sechs Monate zu einem Umsatzverlust von 33 Prozent führt. Bei einem angenommenen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar pro Jahr würde dies einen Opportunitätsverlust von 33 Millionen US-Dollar bedeuten.
Geschwindigkeit um jeden Preis?
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