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Tragende Säule
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Nachhaltige Personalpolitik sichert Leistungsfähigkeit in Krisenzeiten



Kosteneinsparungen sind das Mittel der Wahl zur Bewältigung von Krisen. Altersteilzeit, Aufkündigung befristeter Verträge, Abfindungsregelungen und die Schaffung von Servicegesellschaften zeigen allerdings das gleiche Bild: Hier geht Erfahrung aus dem Werkstor. Zukunftsforscher konstatieren das „Come back des Seniors“. Aber wäre es nicht schöner, wenn erfahrene Mitarbeiter erst gar nicht zurückkommen müssten?

Heute gehen Qualifikations- und Generationswechsel ineinander über. Unternehmen haben ein Nachwuchsproblem, die rechtzeitige Vorsorge zur Deckung des Bedarfs blieb aus. Eine Arbeitskraft ist gleichzeitig Produktionsfaktor und Kostenstelle. Hier verläuft der Graben in der Diskussion um Unternehmensstrategie und Personalstrategie in marktschwachen Phasen. In Krisenzeiten muss man Kosten sparen, folglich spart man aber auch Leistung ein.

Zyklisches oder antizyklisch Verhalten? Jedenfalls Mut zu langfristiger und nachhaltiger Personalpolitik ist in Krisenzeiten gefragt.

Personalstrategie folgt Unternehmensstrategie

Personal musste in schwierigen Wettbewerbsphasen Ende des vorigen Jahrtausends eingestellt und gehalten werden. Dies hatte Auswirkungen auf die Auslegung der Tarifstrukturen. Eine Übergruppierung von 1-3 Tarifstufen war notwendig, um ausreichend qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Diese Übergruppierung hatte erhöhte Personalkosten von durchschnittlich 15 bis 20 Prozent zur Folge. Beförderungen wurden in der Vergangenheit teilweise nicht leistungsbezogen, sondern auf Basis von Zugehörigkeitsdauer oder persönlicher Umstände ausgesprochen. Im Ergebnis entstanden suboptimale Personalstrukturen. Unter anderem aus diesem Grund waren im branchenübergreifenden Vergleich 30 Prozent, zum Teil sogar bis zu 50 Prozent und mehr Effizienzpotenzial zu ermitteln. Dieses zu Heben ist mittelfristig mit gängigen Mitteln und unter Wahrung einer strategischen Wettbewerbsfähigkeit die Kunstfertigkeit des Managements.

„Personalstrategie folgt Unternehmensstrategie“. Dieser Satz ist grundsätzlich richtig. Allerdings ist er differenzierter zu betrachten, als dies gewöhnlich getan wird. Natürlich ist die Personalstrategie aus der Unternehmensstrategie abzuleiten, jedoch folgt sie in mehreren Dimensionen anderen Gesetzmäßigkeiten als die der anderen Produktionsfaktoren.

Vollzieht die Personalstrategie lediglich die allgemeinen Marktzyklen, so ist sie strategisch kontraproduktiv. Bewusstes antizyklisches Verhalten ist daher das Mittel der Wahl.

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