Beim Bau der Oper in Sydney führten die konstanten Diskussionen und öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten über endlos steigende Baukosten, künstlerische Differenzen und sich unkontrolliert verlängernde Baudauer schließlich zum offenen Bruch zwischen dem Architekten Jorn Utzon und seinem Auftraggeber, der Regierung des australischen Bundesstaates New South Wales. 1966, sieben Jahre nach Baubeginn, wurde Utzon offiziell entlassen und verließ praktisch über Nacht Australien. Er ist nie wieder zurückgekehrt, nicht einmal als die Oper 1973 offiziell durch Königin Elisabeth II eröffnet wurde. Utzon war persönlich tief enttäuscht und der festen Überzeugung, dass die getroffenen Kompromisse bei der Umsetzung seiner Vision das Gesamtwerk ruinieren würden. In diesem Projekt war es nicht gelungen, den Vater der architektonischen Vision so einzubinden, dass seine Kreativität und sein Know-how für den erfolgreichen Abschluss des Baus zur Verfügung standen.
Der Strategiereview: das Erreichte konsolidieren und das Mögliche neu denken
Der Strategiereview ist ein Instrument, um die dargestellten Herausforderungen für Transformationen zu managen. Im Kern handelt es sich um ein Zurücktreten und Neubetrachten der bisher erreichten Ergebnisse. Zum einen wird damit das Erreichte konsolidiert und als Erfolg hervorgehoben. Zum anderen wird das Mögliche im Licht neuer Rahmenbedingungen frisch durchdacht und strategisch reformuliert. Dabei wird darauf geachtet, dass der Review auch anerkennend und motivierend für das Team, das mitten in einer vielleicht langen und nicht immer einfachen Transformation steckt, wirkt.
Das Format ist typischerweise ein mehrtägiger Workshop. Die Inhalte umfassen die Ist-Analyse und die Bewertung derselben anhand von strategischen Leitplanken. Diese Leitplanken basieren sowohl auf der ursprünglichen Vision als auch auf aktuellen Rahmenbedingungen wie neuen technischen Möglichkeiten oder veränderten Marktsituationen. Das in der bisherigen Transformation bereits Erreichte wird positiv herausgestellt und Maßnahmen zur weiteren Konsolidierung dieser Erfolge definiert. Aufbauend auf der Bewertung anhand der strategischen Leitplanken wird aber auch die visionäre Zielsetzung reformuliert. Der Blick ist dabei auf das optimal Erreichbare in der aktuellen Situation gerichtet.
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