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FORTSETZUNG: Was bleibt vom Elfenbeinturm?
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Gelingt es dabei, alle Beteiligten konstruktiv einzubinden und zu motivieren, stellt der Strategiereview einen wichtigen Meilenstein für die inhaltliche und führungstechnische Steuerung der Transformation dar. Für den Erfolg der Transformation ist dieser motivationale Aspekt mindestens genauso wichtig wie die Inhalte der Strategie. Untersuchungen zeigen, dass politische, motivationale und emotionale Ursachen deutlich häufiger als Gründe für das Scheitern von Projekten genannt werden, als technische oder organisatorische Herausforderungen.

Was heißt erfolgreich?

Jorn Utzon wird seine ganz persönliche Einschätzung darüber gehabt haben, ob das heutige Opernhaus in Sydney eine erfolgreiche Realisierung seiner Vision darstellt. Als Projekt ist der Bau dieser Oper sicherlich kein Meisterwerk des Projektmanagements gewesen. Neben den massiven, öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten, die zur Entlassung Utzons führten, kamen eine Vielzahl weiterer kritischer Punkte hinzu, die viele Finanzinvestoren in der Wirtschaftswelt sicherlich zum vorzeitigen Ausstieg getrieben hätten. Die geplante Bauzeit wurde um fast zehn Jahre überschritten, das Budget sogar um satte 1400 Prozent. Dennoch bemängelten neben Utzon auch andere Kritiker bei Eröffnung die eingegangenen Kompromisse, die zu einer kostengünstigeren, aber eben auch weniger optimalen Ausführung insbesondere der Innenausstattung geführt hatten. Von den rund 100 Räumen im Opernhaus wurde letztlich nur ein Raum wirklich nach den Plänen von Utzon realisiert. Diese Halle mit großen Fenstern zum Meer wurde 2004, über 30 Jahre nach Fertigstellung des Opernhauses, nach seinem Architekten benannt.

In den Augen der Weltöffentlichkeit sind diese projekttechnischen Probleme längst Historie. Das Opernhaus in Sydney ist heute eines der markantesten und berühmtesten Gebäude des 20. Jahrhunderts und einfach nicht mehr wegzudenken aus unserem Bild von Australien. Jorn Utzon erhielt 2003 den Pritzker Preis, der so etwas wie der Nobelpreis für Architekten darstellt.

Die Oper in Sydney ist damit auch ein ermutigendes Symbol für Transformationsprozesse im Unternehmen. Trotz der unausgereiften, elfenbeinturmartigen Vision, trotz des schwierigen Projektverlaufs und trotz der Kritik am Endergebnis steht die Oper in Sydney am Ende als Riesenerfolg dar. Ein professioneller Umgang mit großen Transformationen bedeutet zu akzeptieren, dass visionäre Projekte ihrer Natur nach nicht perfekt planbar sind und ihre Realisierung ganz natürlich mehr oder weniger anders laufen werden als geplant. Die Kunst besteht darin, hiermit konstruktiv umzugehen und den Transformationsprozess motivierend und erfolgreich zu gestalten.    

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