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Web 2.0 reloaded
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Web 2.0 reloaded

Consumerization treibt Social Software endlich auch in die Unternehmen



Web 2.0-Anwendungen gehören in der privaten Internetnutzung längst zum Alltag. Unternehmen haderten dagegen mit der Einführung von Social Networks, Wikis, Blogs & Co. Nun sind sie aufgewacht und realisieren, dass sie im Enterprise 2.0 ihre Effizienz erheblich steigern können. Katalysatoren für diese Entwicklung sind das Phänomen „Consumerization“ sowie innovative und mobile Anwendungen.

Wer kann sich heute noch vorstellen, ohne Web 2.0 zu leben? Begriffe schlägt man bei Wikipedia nach, alte Freunde findet man auf Facebook und Neuigkeiten zu fast jedem Thema findet man in Blogs. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass erst die Hälfte der Unternehmen hierzulande Web 2.0-Anwendungen – beziehungsweise Social Software – auch im betrieblichen Kontext nutzt1. Doch allmählich scheint die Zeit reif. Denn für die kommenden fünf Jahre planen Unternehmen ihre Ausgaben für Social Software zu vervielfachen. Betragen die Investitionen im Jahre 2008 rund 760 Millionen US-Dollar, so prognostizieren die Analysten von Forrester Research bis 2013 einen Zuwachs der weltweiten Unternehmensausgaben auf 4,6 Milliarden US-Dollar. Ganz oben auf der Agenda der Unternehmen stehen dabei soziale Netzwerke, Wikis, Blogs und RSS (Really Simple Syndication). Letzteres ist eine Anwendung zur personalisierten Aggregation von Informationen2.

Web 2.0 zieht in die Unternehmens-IT ein 

Die späte Reaktion der Unternehmen zeigt: Es dauert lange, bis das Wissen um die Vorteile von Social Software in die Chefetagen vordringt. Kein Wunder, haben Social Software-Initiativen in Unternehmen doch häufig einen „Graswurzel-Charakter“: Sie werden aus den Reihen der Mitarbeiter „bottom up“ getrieben. Anwendungen wie Facebook, Wikipedia und Twitter haben sich im privaten Bereich längst als nützlich erwiesen. Warum also vergleichbare Anwendungen nicht auch am Arbeitsplatz einsetzen? Die Unternehmens-IT erfährt damit quasi eine Innovation aus dem privaten Sektor. Dieses Phänomen der Übertragung von Innovationen aus der privaten in die betriebliche Sphäre bezeichnet man auch als „Consumerization“. Sie beschreibt generell eine Umkehr der Innovationsrichtung, im Fall von Web 2.0 in punkto Softwaretechnologie. Die Analysten von Gartner behaupten, dass dieses Phänomen unabwendbar ist und für die IT in den nächsten zehn Jahren der größte Einflussfaktor sein wird3. Die IT muss also verstärkt – neben den Erfordernissen des Marktes – die Gewohnheiten und Erfordernisse der Mitarbeiter berücksichtigen. Bei Social Software hat der Prozess der Consumerization rund fünf Jahre gedauert: Die englischsprachige Wikipedia enthielt erstmals im Jahre 2003 mehr als 100.000 Artikel und erlangte damit größere Aufmerksamkeit, auch die soziale Netzwerkplattform openBC (heute XING) wurde 2003 gegründet. Doch erst jetzt wachen auch die Entscheider in den Unternehmen allmählich auf und sind bereit zu investieren.  

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