Wege aus dem Frequenzengpass
Neue Netzkonzepte zur kosteneffizienten Bereitstellung mobiler Breitbanddienste
Die steigende Nachfrage nach breitbandigen Datendiensten betrifft in letzter Zeit verstärkt auch mobile Netze. Die Betreiber dieser Netze und die Netzausrüster stehen damit vor einer Herausforderung: Sie müssen effiziente Netzlösungen bereit stellen, die hohe Übertragungsraten zu einem wirtschaftlich sinnvollen Preis an den Orten verfügbar machen, an denen sie verlangt werden. Die Kooperation zwischen Netzen und ihren Elementen kann zur Reduktion der Infrastrukturkosten führen und damit Komponente einer effizienten Netzlösung sein.
Die Nachfrage nach mobilen Datendiensten steigt stetig. Dabei haben Mobilfunkkunden zunehmend den Anspruch, unterwegs über die gleiche Übertragungsqualität zu verfügen, die sie von zu Hause und aus dem Büro gewohnt sind. Zu Hause stehen heute Bandbreiten von 2 bis 50Mbit/s zur Verfügung, im Büro sind sogar 100Mbit/s keine Seltenheit mehr.
In der Vergangenheit wurden die drahtlosen Kommunikationssysteme konstant verbessert, das heißt die Ausnutzung der Funkressourcen wurde durch eine Erhöhung der spektralen Effizienz konstant gesteigert. Die spektrale Effizienz beschreibt dabei die Kapazität (bit/s), die ein System pro spektraler Ressource (Hz) und Sender (site) zur Verfügung stellen kann. Bei GSM (2G) waren es zirka 0.17bit/s/Hz/site, bei dem derzeit aktuellen HSPA-Standard (3G) sind es bereits 0.45bit/s/Hz/site. Zukünftige Systeme wie LTE steigern die Effizienz nochmals um den Faktor fünf. Doch die Steigerung der Effizienz reicht alleine nicht aus, um den Ansprüchen an modernen Breitbandsystemen gerecht zu werden. Mit anderen Worten: Es wird mehr Spektrum benötigt, in dem diese Systeme betrieben werden können, um den Datenratenanforderungen gerecht zu werden.
Spektrum ist auch nach der WRC’07 Mangelware
Funkspektrum ist unerläßlich, um mobile Dienste anbieten zu können und daher ein begehrtes Gut. Spektrumszuweisungen sind der Regulierung durch nationale und internationale Gremien unterworfen. Global regelt die ITU (International Telecommunication Union) die Verteilung von Spektrum durch Empfehlungen, die als Grundlage für die Frequenzzuweisungen der nationalen Regulierungsbehörden dienen.
Doch Spektrum ist nicht unbegrenzt und frei verfügbar, sondern wird den unterschiedlichen Anwendungsbereichen wie Fernsehen, Militär oder mobiler Telekommunikation durch nationale und internationale Organisationen zugewiesen. Die World Radiocommunication Conference 2007 (WRC’07) der ITU hat auf die steigenden Bedürfnisse der mobilen Datenkommunikation bereits reagiert und neues Spektrum für sogenannte IMT (International Mobile Telecommunication) -Dienste identifiziert. Allerdings reicht auch dieses neu identifizierte Spektrum nicht aus, um die Ansprüche der Nutzer an die mobile Datenkommunikation zu befriedigen.
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