Die durch erhöhte Anzahl der Basisstationen erreichte Erhöhung der räumlichen Wiederverwendung (Lösung B) ist nicht nur relevant für die Kapazitätssteigerung, sondern auch der einzige Weg, die im Spektrum höher gelegenen Bänder, die unter schlechteren Ausbreitungsbedingen leiden, für mobile Datendienste nutzbar zu machen und effizient in die Fläche zu bringen. Um die gesteigerte Anzahl von Basisstationen wirtschaftlich zu realisieren, scheinen zwei Lösungen attraktiv: Lösung I beinhaltet die Reduktion der Netz und Betriebskosten für den einzelnen Betreiber durch Zusammenlegung und gemeinsamen Betrieb der Netze (Network Sharing). Lösung II meint die Reduktion der Netzkosten durch Verringerung der Anbindungskosten für Basisstationen mittels Relaystationen.
Ressourcenteilung zur Kostensenkung
Die Tatsache, dass mehrere Netzbetreiber ihre Netze in der gleichen Region ausgerollt haben und über die Netze gleiche oder ähnliche Dienste den Kunden anbieten, führt zu einer schlechten Ausnutzung der Funkressourcen. Der parallele Netzbetrieb ist wünschenswert, um den Wettbewerb aufrecht zu erhalten, führt auf der anderen Seite aber zu einem ineffizienten Einsatz der Ressourcen - sowohl der Funkressourcen als auch der Infrastrukturkomponenten. Eine Lösung diese Dilemmas bietet „“Infrastructure Sharing“.
Im Normalfall plant und dimensioniert jeder Netzbetreiber sein Netz nach seinen Bedürfnissen. Eine solche individuelle Dimensionierung beinhaltet in der Regel eine Über-Dimensionierung, um Lastspitzen abzufedern. Diese Über-Dimensionierung kann wesentlich geringer ausfallen, wenn sich zwei oder mehr Betreiber ein Netz teilen. „Infrastructure Sharing“ existiert in unterschiedlichen Ausprägungen:
- Site Sharing: Beim Site Sharing, das heißt bei der Mitbenutzung des Aufstellungsortes, werden nur die passiven Elemente geteilt, das sind typischerweise die Orte und Bauwerke, die zur Aufstellung der Sender und ihrer Antennen benötigt werden.
- Network Sharing: Beim Network Sharing werden die aktiven Architekturkomponenten, wie die Sender und Knoten des Funkzugansnetzes (RAN – Radio Access Network) sowie des weiterleitenden Kernnetztes (Core Network) gemeinsam genutzt.
- Spectrum Sharing: Ein Netzbetreiber der zustimmt Spektrum mit einem zweiten Netzbetreiber zu teilen, setzt ein passenden Rahmenvertrag auf, in dem er einem zweiten Netzbetreiber Zugang zu seinen Spektrum garantiert. Die technischen Einflüsse dieser Methode sind gering, allerdings müssen die kommerziellen Aspekte sorgfältig bedacht werden.
- Mobile Virtual Network Operators (MVNO): MVNOs stellen eine spezielle Art von Netzbetreiber da, die kein eigenes Netz betreiben und keine eigenen Frequenzressourcen besitzen. Sie stützen sich auf die Netze und der traditionellen Netzbetreiber um Telekommunikationsdienste anzubieten.
- Nationales Roaming: Nationales Roaming bietet sich vor allem für Netzbetreiber an, die mit dem eigenem Netz keine flächendeckende Versorgung anbieten können. Diese Variante von Ressourcen Mitbenutzung ist vor allem neue Netzbetreiber interessant, um in einen Markt zu gelangen in dem andere Netzbetreiber bereits seit längerem aktiv sind.
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