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Weniger ist oft mehr
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Weniger ist oft mehr

Applikationskonsolidierung bietet Einsparpotenzial und ebnet den Weg für Architekturmanagement

Dr. Norbert Hövelmanns, Markus Staub

Wer kennt sie nicht, die wundersame Vermehrung der Applikationen! Die Gründe hierfür sind vielfältig, der Effekt aber ist immer der gleiche: Die IT-Kosten steigen. Bestehende Ansätze betrachten zumeist nur die Infrastruktur mit dem Ziel, durch Konsolidierung von Hardware Betriebskosten zu sparen. Die auf der Infrastruktur betriebenen Anwendungen werden bei dieser Herangehensweise nicht betrachtet. Das könnte sich auf lange Sicht rächen, denn eine umfassende Konsolidierung der Applikationslandschaft hilft nicht nur Kosten sparen, sondern bildet auch die Basis für ein effizientes Architekturmanagement.

Insbesondere in großen Unternehmen sind im Laufe der Zeit sehr komplexe Anwendungslandschaften entstanden. Diese effizient und effektiv zu managen ist eine der großen Herausforderungen für den CIO. Die Komplexität der Anwendungslandschaft wirkt nämlich in zweierlei Hinsicht. Einerseits treibt sie die Kosten, denn der weitaus größte Teil des IT-Budgets, im Schnitt 60 - 80 Prozent, wird für Betrieb, Pflege und Wartung der Applikationen aufgewendet. Andererseits hemmt sie oftmals notwendige Änderungen in der Architektur, insbesondere kann sie die „time-to-market“ von dringend benötigten Funktionalitäten verlängern. Und dies kann durchaus negative Implika­tionen auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ­haben. Ein kritisches Prüfen der Anwendungslandschaft in Bezug auf Konsolidierungspotenziale lohnt sich also in vielerlei Hinsicht.

Einsparpotenzial im Applikationsumfeld wird oft übersehen   

Besonders lohnenswert ist eine derartige Überprüfung in ­Situationen, wo die Komplexitätssteigerung der Landschaft durch Unternehmenszukäufe begründet ist oder wo aufgrund mangelnder Flexibilität bestehender IT-Anwendungen neue Geschäftsanforderungen als „by-passes“ in die IT-Landschaft implementiert worden sind. In der Regel wird man hier relativ schnell funktionale Redundanzen identifizieren können – ein sicheres Indiz für das Vorhandensein von Konsolidierungs­potenzialen.

Die meisten der publizierten Ansätze zur Kosteneinsparung beim Betrieb der Anwendungen setzen allerdings an der Infrastrukturebene an. Ziel dieser Ansätze ist es, durch eine ­bessere Ausnutzung der verfügbaren Kapazitäten Hardware einzu­sparen. Hierdurch lassen sich unbestritten und auch kurz­fristig Einsparungspotenziale realisieren. Die enormen Potenziale ­einer Anwendungskonsolidierung werden dadurch jedoch nicht adressiert.

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