Unabhängig vom Initialauslöser bleibt jedoch als wesentliche Motivation für eine Anwendungskonsolidierung die Aussicht auf Kosteneinsparungen. Dabei kann zwischen kurzfristigen und mittel- beziehungsweise langfristigen Kosteneinsparungen unterschieden werden.
Kurzfristig sind Einsparungen insbesondere bei den Personalkosten realisierbar. Je geringer die Anzahl der zu betreibenden und zu pflegenden Anwendungen, desto geringer ist auch der hierfür benötigte Personalbedarf. Handelt es sich bei den nach einer Konsolidierung nicht mehr benötigten Anwendungen um Standardsoftwarepakete, so können hierdurch die Kosten für benötigte Softwarelizenzen gesenkt werden.
Auch mittel- und langfristig sind Kosteneinsparungen zu realisieren. In einer wohl strukturierten Anwendungslandschaft lassen sich neue Geschäftsanforderungen einfacher und vor allen Dingen schneller umsetzen. Eine Reduzierung der erforderlichen Anwendungen führt in der Regel auch zu einer Reduzierung der Schnittstellen. Die Kosten für Schnittstellenentwicklung und -wartung werden in der Folge gesenkt. Gleiches gilt für die Aufwände im Rahmen erforderlicher Integrationstests.
Man sollte allerdings beim Thema Anwendungskonsolidierung nicht einzig und allein auf die Kosten schielen. Ein „Streamlinen“ der Anwendungslandschaft kann deren Struktur deutlich vereinfachen. Und einfache und klare Strukturen sind beherrschbar und bilden ein solides Fundament für eine nachhaltig optimierbare Anwendungslandschaft, die auch zukünftigen Geschäftsanforderungen gewachsen ist.
Vorgehensweise in typischen KonsolidierungsinitiativenErfolgreiche Anwendungskonsolidierung kann nur durch ein angemessenes Vorgehensmodell gewährleistet werden. In Abhängigkeit von der Zielsetzung und Motivation für die Anwendungskonsolidierung muss jedes Vorhaben zwar individuell strukturiert und geplant werden; trotzdem lässt sich ein übergeordnetes Vorgehensmodell definieren, dass für alle Konsolidierungsinitiativen Gültigkeit besitzt. Es empfiehlt sich, Anwendungskonsolidierung im Rahmen eines Programms zu betreiben.
Um alle Konsolidierungspotenziale aufzudecken, muss zu Beginn eines Konsolidierungsprogramms der Fokus weit gesetzt werden. Sowohl die strategische Ausrichtung der Konsolidierung als auch die Abschätzung der Konsolidierungspotenziale sollte unternehmensweit und domänenübergreifend erfolgen. Die späteren, eher umsetzungsorientierten Programmphasen, in denen individuelle Zielanwendungen konzipiert, die Konsolidierungspakete umgesetzt und in den Regelbetrieb überführt werden, können dann wieder je nach Anforderung prozess- und domänenspezifisch erfolgen.Weiter