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FORTSETZUNG: Wholesale-Geschäftsmodelle in einer NGN-Welt
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>Wie sieht ein sinnvolles Konzept zur Netzneutralität aus?


Schon bei den grundlegenden Fragen, beispielsweise zur kommerziellen Ausgestaltung von Interconnection-Beziehungen, bestehen sehr unterschiedliche Ansätze. Während Netzbetreiber an dem bisherigen CPNP-Prinzip festhalten möchten, befürworten beispielsweise Studien des deutschen Regulierers BNetzA mittel- bis langfristig einen Übergang zum Bill and Keep (B&K)-Prinzip – also den schlichten Wegfall der kommerziellen Interconnection-Beziehungen.


QoS als Schlüsselthema in Interconnection
Bei der Frage, wie Interconnection-Produkte im NGN definiert werden sollen, taucht das zentrale Thema IP-basierter Dienste auf: QoS beziehungsweise eine garantierte Ende-zu-Ende Qualität. Die Einführung von QoS ist die Grundlage für neue Produkte und Dienste und eröffnet Netzbetreibern die Möglichkeit, den Herausforderungen der heutigen Telekommunikationsbranche entgegenzutreten. So besteht in der Best Effort-Internetwelt keine Differenzierung zwischen kommerziell hochwertigen Diensten, beispielsweise Sprache oder IPTV, und kommerziell geringwertigen Diensten wie Downloads oder Filesharing. Dadurch kommt es an Engstellen im Netz („Bottlenecks") zu einem Wettbewerb um Netzressourcen. Da das Internet überwiegend von geringwertigen Diensten dominiert wird, führt dieser Wettbewerb zu Problemen bei der Einhaltung von notwendigen Qualitätsanforderungen. Schließlich kommt es zu einer Verdrängung der kommerziell lukrativen Dienste („Crowding-Out"-Effekt). Erst die Möglichkeit, höherwertige Dienste mit einer garantierten QoS anzubieten, erlaubt mithin ihre Vermarktung.


Darüber hinaus zeigt eine Detecon-Studie, dass es bei den bisherigen Flat-Rate-Paketen der Netzbetreiber zu einer beträchtlichen Subventionierung der „Heavy User" kommt: 6% der Nutzer nutzen ca. 65% der zur Verfügung stehenden Bandbreite (siehe Abbildung 2). Hier könnte eine Unterteilung in verschiedene Dienstklassen helfen. Diese ermöglicht es, Angebote gemäß des jeweiligen Nutzungsverhalten zu gestalten. Grundsätzlich können die vier Dienstklassen Echtzeitdienste, Streamingdienste, Datendienste und Best Effort-Dienste unterschieden werden.


Der Unterschied der einzelnen Klassen zeigt sich in den verschiedenen Qualitätsparametern wie etwa der Latenzzeit (die Verzögerung der Ende-zu-Ende Übertragung), Jitter (die Abweichung der Latenzzeit von ihrem Mittelwert) oder der Paketverlustrate. Für Echtzeitdienste spielen diese Parameter eine entscheidende Rolle, denn das verspätete Ankommen von Paketen führt zu einer Beeinträchtigung des gesamten Dienstes. Streaming- und Datendienste sind hier weniger anfällig. Eine gewisse Verzögerung wird toleriert, entscheidender Qualitätsparameter ist die Übertragungsgeschwindigkeit. Best Effort-Dienste kommen demgegenüber ohne jegliche Festlegung von Qualitätsparametern aus, ohne dass dies für die meisten dieser Dienste eine Einschränkung bedeuten würde. Für die Definition von Interconnection-Diensten müssen sich Netzbetreiber beziehungsweise die Industrie auf Qualitätsklassen und -parameter festlegen. Nur so können Endkundenprodukte und -dienste netzübergreifend angeboten werden.
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