Löcher in den Zeitstrom einbauen: Ein kluger Projektmanager wird immer Pufferzeiten einplanen. Damit wird von Anfang an wahrgenommen, dass vieles nicht so laufen wird, wie es geplant ist. In der Praxis begegnen uns immer wieder Fälle, in denen die Notwendigkeit solcher Puffer zwar bekannt ist, diese aber bewusst nicht berücksichtigt werden, weil man sich höheren Zielen beugt – und damit die eigene Wahrnehmung gezwungenermaßen einschränkt. Bei der Frage nach dem Ausmaß dieser Pufferzeiten gibt es natürlich keine idealtypische Antwort. Reicht im einen Fall ein zweistündiges Gespräch als Auszeit, um sich Klarheit über ein Problem zu verschaffen, sind in anderen Fällen große Zeiträume notwendig, um viele, bisher nicht wahrgenommene Aspekte zu analysieren und zu integrieren. Entscheidend ist in jedem Fall, dass in diesen Zeitlöchern keine anderen Arbeiten erledigt werden dürfen, so dringlich sie auch anstehen mögen. Zeit für Wahrnehmung und klare Entscheidungen bedingen immer der Ruhe und der Konzentration. Die Erkenntnis einer solch kritischen Auseinandersetzung kann auch darin bestehen, dass keine bewusste Handlung notwendig ist, weil das Überschleunigungsproblem gar nicht im eigenen Einflussbereich liegt. Eigenes Handeln würde hier zu keiner Verbesserung der Situation führen. Wird aber Handlungsbedarf erkannt, so sollte sich dieser auf die Einführung genau einer konkreten Handlung im überschleunigten System beziehen.
Spontane Synergiechancen erkennen und nutzen: Es dürfte kaum ein Projekt geben, in dem nicht gleichzeitig auch Synergiepotenziale zu realisieren sind. Diese Absicht unterliegt auch dem Paradigma des schnellen Erfolges. Uns geht es hier aber um die nicht planbaren Synergien, die wir an einem einfachen Beispiel verdeutlichen wollen: Stellen Sie sich hierzu Ihren durchgeplanten Terminkalender vor. Er wird einige Pufferzeiten enthalten, aber auch Termindopplungen. Nicht planbare Ereignisse wie ein dringender Auftrag vom Vorgesetzten, die Nichteinhaltung eines Termins durch ein Teilprojekt oder der Ausfall eines nur schwer ersetzbaren Mitarbeiters durch Krankheit bringen nicht nur Ihren Terminkalender durcheinander, sondern machen Ihre gesamte Planung zunichte. Genau an diesem Punkt bietet sich die Chance für spontane Synergien, weil Sie gezwungen sind, die neue Situation zu analysieren. Andernfalls würden Sie die Beschleunigung durch hektisches Agieren weiter steigern.
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